zur Fahrradstraße Charlottenstraße in der Reutlinger Oststadt und der Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses, vom 02.12.2021

AKO bedauert die vorgesehene Durchfahrtssperrung in der Charlottenstraße

Der Arbeitskreis Oststadt bleibt bei seiner Ablehnung der faktischen Durchfahrtssperrung für die Charlottenstraße und bedauert, dass seine Einwände und die Kritik mehrerer Stadträte in der Bauausschusssitzung am 2. Dezember kein Gehör bei der Stadtverwaltung fanden.

Sowohl der Realisierungsprozess als auch das Vorhaben selbst werden nach Ansicht des AKO nicht dem Anspruch der Bürgerbeteiligung gerecht und verfolgen im Kern keine für alle Seiten gedeihliche Stadtteilentwicklung. Daher stellt der AKO fest, dass sowohl in der Zeit vor der Info-Veranstaltung am 25. Oktober als auch in der Darstellung der Verwaltung vom 2. Dezember nicht ausreichend auf die Argumente des AKO eingegangen und keinerlei konstruktiver Dialog zu erweiterten Vorschlägen geführt wurde.
„Auch wenn der Anschein erweckt wird, dass mit uns die Maßnahmen besprochen worden seien, möchten wir betonen, dass es sich zu keinem Zeitpunkt um einen offenen Gedankenaustausch gehandelt hat“, bedauert Martin Dege vom AKO, „sondern seit geraumer Zeit lediglich die Ankündigung von Umsetzungsschritten stattfindet.“ Befürchtungen und Hinweise auf abwanderndes Gewerbe und Leerstände werden, wie auch schon in der Vergangenheit, nicht ernst genommen.

Die Positionen des AKO sind dabei klar:

  • Die Fahrradstraße ist an dieser Stelle im Verkehrsraum der Oststadt für den Radverkehr uninteressant, weil nicht ausreichend nutzenstiftend.
  • Eine Verkehrsplanung muss ausgewogen sein: Man sollte sich nicht einseitig für das Fahrrad als Verkehrsmittel einsetzen, sondern auch Busse, Bahnen, Autos, Roller, aber auch Fußgänger, Rollator-Nutzer und Rollstuhlfahrer in das Verkehrsbild einer Stadt einbeziehen.
  • Ältere Mitbürger und Menschen mit Einschränkungen müssen mobil sein und ihre persönliche und medizinische Versorgung erreichen können.
  • Gewerbetreibende sind auch in Zukunft auf eine funktionierende Infrastruktur und kurze Wege angewiesen.

In Zeiten knapper Kassen ist eine ideologiefreie Effizienzkontrolle der beschlossenen Maßnahmen nach Ansicht des AKO geboten. Daher darf ein Umdenken kein Tabu sein, wenn gut gemeinte Maßnahmen nicht greifen. Würde die Charlottenstraße als Fahrradstraße angenommen, wären die geplanten Zwangsmaßnahmen nicht notwendig, die an weiten Teilen des Stadtrats vorbeigehen und die Interessen vieler Anlieger nicht einbeziehen.

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